Plastikfreie Kosmetik - geht das?

Plastikmüll ist ein großes Problem in unserer bestehenden Konsumgesellschaft. Für diejenigen, die sich mit Nachhaltigkeit und Umwelt beschäftigen, ist dieses Problem längst bekannt. Doch auch für alle anderen sollte das kein neues Thema sein… 

In den letzten 50 Jahren ist die Produktion von Plastik um das 20-fache gestiegen und das ist leider vor allem in den Weltmeeren deutlich zu sehen. Hier erstmal ein paar Fakten für Euch: 

  • Jeder Deutsche produziert durchschnittlich 37 kg Plastikmüll nur aus Verpackungsmüll pro Jahr 
  • 35% des weltweiten Plastik-Verbrauchs sind alleine auf Verpackungen zurückzuführen 
  • Nur etwa 42% des Plastikmülls in Deutschland wird recycelt 

Erschreckend, nicht? Doch das ist nicht alles… Der Plastikmüll in den Weltmeeren könnte bis 2050 mehr wiegen als alle Fischschwärme zusammengenommen - unvorstellbar, aber wahr. Aktuell treiben 150 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen. Im Pazifik existiert eine regelrechte Insel aus Müll, die seit Jahren im Wasser herumtreibt und immer größer wird. Manche fragen sich sicher, ob sich der Müll nicht zersetzen kann? Können schon, aber das dauert leider mehrere hundert Jahre. Für Euch zur Vorstellung: eine Angelschnur braucht 600 Jahre, eine Plastikflasche 450 Jahre und ein Getränkebehälter 400 Jahre, bis es sich zersetzt hat. Diese Zeit haben wir aber nicht, wenn wir nicht schleunigst was ändern! 

Es sind aber nicht nur die offensichtlichen Verpackungen, Flaschen oder Tüten aus Plastik. Auch Mikroplastik verunreinigt die Meere und fügt allen Lebewesen, uns Menschen miteingeschlossen, großen Schaden zu. Mikroplastik sind feste und unlösliche Kunststoffe, die kleiner als fünf Millimeter sind. Die winzigen Plastikteilchen entstehen entweder beim Zersetzen des Plastikmülls im Meer oder sind in Kosmetikprodukten (Duschgel, Peelings, Cremes, etc.) enthalten, welche über unsere Abwasser in die Ozeane gelangen.   

Zu den Mikroplastikbestandteilen gehören  

  • Polyethylen (PE), Polypropylen (PP)Polyethylenterephthalat (PET)Polyurethan (PUR) 
  • Nylon-12 , Nylon-6  
  • Acrylates Copolymer (AC) , Acrylate Crosspolymer (ACS) 
  • Polymethyl methacrylate (PMMA), Polyacrylate (PA), Polystyrene (PS), Polyquaternium (P) 

Mehr als jede 5. untersuchte Gesichtscreme enthält Acrylates/ C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer (ACS) und mehr als jedes 10. untersuchte Körperpeeling enthält Polyethylen (PE). Schaut also mal in Euer Kosmetikschränkchen, dort ist sicher Mikroplastik zu finden.  

10% des Plastiks im Ozean sind Mikroplastik-Pellets, die genauso aussehen wie Fischeier. Das Plastik saugt zusätzlich ölige Schadstoffe wie Pestizide und Herbizide aus der Landwirtschaft auf – und das schlimmste daran, es wird von Meeresorganismen gefressen, zieht Umweltgifte an und ist nicht wieder aus der Umwelt zu entfernenEs wurde bereits in Seehunden, Fischen, Muscheln und kleineren Organismen nachgewiesen, die es mit der Nahrung aufnehmen 

Welche Folgen hat das für uns Menschen? Plastik und Schadstoffe gelangen in die Nahrungskette und landen letztendlich in unserem KörperPhtalate (Weichmacher) beispielsweise, bewirken eine Auf- / Abregulierung der Funktion unserer Gene, welche die genetische Information verändern. Diese Chemikalien können vom Gehirn bis zum Immunsystem alle Teile unseres Körpers verändern. Zusätzlich weisen sie eine hormonähnliche Wirkung auf uns und begünstigen somit Unfruchtbarkeit, Übergewicht oder Diabetes 

Unsere Antwort: Plastikfreie Kosmetik? – klar geht das! 

Kosmetik braucht keine Plastikbestandteile, denn synthetische Polymere in Kosmetika können einfach durch natürliche Stoffe wie Salze, geschrotete Kerne, Mais oder Cellulose ersetzt werden. Doch diese sind natürlich teurer als Kunststoffe.  

Auch die Verpackung von Kosmetik kann völlig plastikfrei sein. Eine nachhaltige Verpackung ist definitiv möglich, aber forschungs- und kostenintensiv. Uns ist das für die Lebewesen und unserer Erde wert, weshalb wir stolz sagen können, dass wir weitestgehend auf Plastik verzichten – innen und außen! 


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